Streichung von Anrechnungen

Im Juni kündigte das Bildungsministerium an, die Arbeitszeitverordnung für Lehrkräfte verschlechtern zu wollen. So sollten die Stunden für die Altersermäßigung ab dem 60. Lebensjahr und die Anrechnungsstunden für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe gestrichen werden. Man wolle, so Bildungs- und Finanzministerium damit die teilweise angehobene Vergütung für die Mehrarbeit im Schulbereich gegenfinanzieren. Die GEW hat massiven Widerstand gegen jede Arbeitszeiterhöhung angekündigt und gemeinsam mit ca. 1.000 Kolleginnen und Kollegen vor dem Landtag sehr deutlich und phantasiereich protestiert. Offensichtlich war unser Protest wirksam.

Die Arbeitszeitverordnung wurde bisher nicht geändert, alle bisherigen Anrechnungsstunden werden somit weiter ausgereicht.

Im Bildungsministerium erkundigte man sich interessiert, welche Vorschläge die GEW zu Arbeitszeitkonten hätte. Wir haben auch die übermittelt, zum wiederholten Male. Konten sollen freiwillig sein, müssen abgesichert und vertraglich garantiert werden. Für die zusätzliche Arbeit, die Lehrkräfte dem Land zu Verfügung stellen, muss es einen Zeitbonus geben. Auf das Konto können Flexi-Stunden bzw. Mehrarbeit gebucht werden und die Lehrkräfte müssen über die Abgeltung selbst entscheiden dürfen. Es geht damit auch um Arbeitszeitsouveränität.

Im September soll jetzt neu diskutiert werden zwischen Bildungs- und Finanzministerium. Es bleibt zu hoffen, dass die Interessenvertretung der Lehrkräfte, die GEW, diesmal rechtzeitig in die Verhandlungen einbezogen wird.